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Teil 2: Würmer sind keine Krankheit
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Teil 2: Würmer sind keine Krankheit

Teil 2

Der Krieg gegen die Würmer ist vorlorenJeder macht sich von der Welt viele Bilder, die er wie ein Puzzel zusammensetzt zu einem möglichst geschlossenen und widerspruchsfreien Weltbild.

Wem es gelingt, den Menschen eine bestimmte Anschauung eines Themenbereiches als einzig richtige und möglichst wissenschaftlich bewiesen, also – wie man meint - unbezweifelbar, darzustellen, hat die Menschen in der Hand, kann sie nach seinen Interessen manipulieren und daraus ein phantastisches Geschäft machen.

 So geschieht es ständig in vielen Bereichen. Bei Würmern und der angeblichen Pflicht, die Pferde, Hunde und Katzen mindestens viermal im Jahr zu entwurmen, ist das den Herstellern der chemischen Wurmkuren und den Veterinären hervorragend gelungen. Kaum jemand zweifelt mehr daran, dass diese Vorgehensweise absolut richtig und unerlässlich ist. Stallbesitzer maßen sich an, diese Methode zur Pflicht zu erklären - nicht anders die Hundezuchtverbände – ja, sie lassen sich das in Verpflichtungserklärungen sogar unterschreiben, und jeder, der sich dagegen stellt, wird angegriffen und beschimpft.

Würmer – ein Missgriff der Natur?

Diese Manipulatoren haben leichtes Spiel, denn Würmer sind an sich schon für viele Menschen, und dann auch noch die in den vielgeliebten Haustieren - Pferden, Hunden und Katzen - eine eklige Vorstellung und erscheinen den meisten zudem als lebensbedrohlich. Da wird wohl das Zersetzen einer Leiche durch Fliegenmaden assoziiert, die ja von vielen aus Unkenntnis als Würmer angesehen werden.

Bei Eltern hat man besonders leichtes Spiel. Sie werden in Panik versetzt, weil, so wird behauptet, die Gefahr bestünde, dass sich die Würmer in den Kindern niederlassen und vermehren könnten.

Haben Sie je von einem solchen Fall gehört? Nein, denn Würmer sind artspezifisch, einzig die Larve des Fuchsbandwurms kann wirklich gefährlich werden. Und dazu kann ich Ihnen sagen, dass mir in 30 Jahren Beratertätigkeit noch nicht ein einziger Fall bekannt geworden ist.

 Auf eine solche angebliche Gefahr durch die Darmwürmer von Hunden wird trotzdem überall hingewiesen, immer im Zusammenhang mit dem Verkauf solcher Entwurmungsmittel, aber nirgends wird sie begründet.

Erstaunlich überhaupt, wer alles diese Mittel verkaufen darf.

 Jedenfalls hat man erreicht, dass keiner mehr versteht, was sich die Natur bei der „Erfindung“ von Würmern eigentlich „gedacht“ hat. Sie sind doch völlig überflüssig. Bis heute bezeichnet man Würmer als Schmarotzer, ein diskriminierendes Wort, wie Verbrecher oder Mörder.

Schmarotzer sind lt. Definition völlig überflüssig, sie leben ja ausschließlich auf Kosten eines anderen Organismus, so wird behauptet, ohne ihm auch nur den geringsten Nutzen zu bringen. Ist das wirklich so? Ist die Natur so ignorant und dumm?

 Viele Tierärzte bestärken diese Sichtweise, dass Würmern unbedingt der Krieg bis zur endgültigen Vernichtung erklärt werden muss. Und wenn diese Fachleute das sagen, muss es doch stimmen.

Man kommt zu dem Schluss, dass bei Würmern die Natur, andere mögen sagen Gott, einen grundlegenden Fehler gemacht hat, den wir Menschen nun korrigieren müssen.

Wie gut, dass wir Menschen so weise sind - homo sapiens eben. Wir wissen alles und wissen alles besser als die Natur, wie uns vor allem die Futtermittelindustrie und die Chemiemedizin ständig erklären. Und leider geben sich viele Wissenschaftler und Veterinäre dafür her, diese Sichtweisen im Interesse ihrer Auftraggeber oder Lieferanten, von denen sie gesponsert werden, zu bestätigen.

Wie Würmer leben, sollte man wissen

Nun sollten Sie vor Würmern sicher nicht die Augen verschließen. Es ist schon gut zu wissen, welche Wurmarten es gibt und wie sie sich vermehren. Hierzu liegen genaue Erkenntnisse vor, und die haben wir ehrlicher wissenschaftlicher Forschung zu verdanken. Ich habe Ihnen mal einige Seiten im Internet herausgesucht, die Sie lesen sollten. Dann wissen Sie, welche Würmer es gibt, wie sie sich fortpflanzen und wie es zu Infektionen kommt.

Aber seien Sie gewarnt. Wenn Sie im Internet recherchieren, werden Sie schnell in Panik geraten. Fast alle Einträge zielen in dieselbe Richtung. Würmer werden fast ausschließlich dargestellt als wahre Monster. Sie finden diesen Unsinn auf hunderten Seiten und immer mit den passenden Empfehlungen.

Antikörper gegen Würmer- der Sieg des Immunsystems

Richtig ist, dass jeder Mensch, also auch jedes Kind, das mit einem Hund oder einer Katze spielt, über kurz oder lang mit den Darmwürmern dieser Tiere und mit deren Larven, also sog. Antigenen, in Berührung gekommen sein wird, wie mit tausenden anderen Antigenen auch. Das kann man nicht verhindern. Sofort bildet das Immunsystem Antikörper und vernichtet die Antigene. Die Antikörper lassen sich dann im Blut nachweisen. Das ist ein Erfolg des Immunsystems, wie so viele andere Erfolge auch. Man könnte damit zufrieden sein, denn das Immunsystem hat ja gesiegt.

 Aber nein, weit gefehlt. Was in tausenden anderen Fällen gilt, z.B. auch bei Impfungen, bei denen ja der Nachweis der Antikörper als Erfolg gewertet wird, darf hier nicht gelten. Der Nachweis dieser Antikörper muss nun erst recht als Argument für die Panikmacher dienen, um damit ihre Geschäftsinteressen zu verschleiern. Panik ist einer der besten Umsatzförderer.

Ich rate ihnen zu mehr Gelassenheit. Das Problem der Verwurmung ist nicht annähernd so groß, wie es ständig dargestellt wird. Das Immunsystem der Pferde und der Hunde ist in der Lage, mit Wurmlarven und Würmern fertig zu werden. Das ist seine Aufgabe. Das Immunsystem der Menschen übrigens auch.

 Und dann sollten Sie auch mal darüber nachdenken, wie man Hunde und Pferde vor der Zeit der Chemie entwurmt hat bzw. wie die sich selbst entwurmt haben. Pferde hielten Jahrtausende die Wirtschaft aufrecht. Und es gab von Ihnen zigmal mehr als heute. Pferde begegneten sich auf den Straßen und den Feldern ständig. Überall lag Kot herum und entsprechend auch die Larven der Würmer. Wieso wurden die nicht von Würmern aufgefressen?

Viele Pflanzen wirken entwurmend

Die Natur ist voller Pflanzen, die den Würmern gar nicht gefallen. Dazu gehört z.B. der Rainfarn. Aber man höre und staune, es ist gelungen, diese Pflanze, die inzwischen wieder an vielen Wegrändern wachst, für apothekenpflichtig zu erklären. Kleine Mengen davon reichen schon, um Würmer auszutreiben. Schafe bedienen sich immer noch gerne daran. In größeren Mengen würde Rainfarn giftig, aber das ist mit allen Pflanzen so, die wirken, und mit den chemischen Keulen ist es ja nicht anders, nur dass die auch noch für die Umwelt eine schwere Belastung darstellen. Einige dieser Mittel sind für manche Hunde tödlich, auch wenn sie z.B. den Pferdkot fressen.

 Wussten Sie, dass frisch entwurmte Pferde ihren Kot nicht in Wasserschutzgebieten absetzen dürfen? Man rät Ihnen, die Pferde während der Kur im Stall zu lassen. Deshalb! Auf dieses Thema und die Giftigkeit für Hunde gehe ich im nächsten Heft ausführlich ein.

 Nun wird ja diese Entwurmungspraxis schon seit einigen Jahrzehnten betrieben. Ist es da nicht erstaunlich, dass trotz dieser großartigen Mittel und der flächendeckenden Bekämpfung die Würmer nicht längst ausgestorben sind? Ganz im Gegenteil, sie werden resistent und breiten sich immer schneller aus und weil das Immunsystem vieler unserer Haustiere nicht ausreichend trainiert und oft auch noch durch chemische Gifte geschädigt wird, wird die Gefahr für sie immer größer. Ein Geschäftskreislauf von hoher Potenz.

Partnerschaft Wirte und Würmer

Wirte und Würmer haben eine gemeinsame Entwicklung hinter sich, die man als Koevolution bezeichnet, sie bilden eine Lebensgemeinschaft seit vielen hunderttausend Jahren. Immer hat sich ein Gleichgewicht zwischen beiden gebildet. Nie ist es im Interesse des sog. Parasiten, seinen Wirt zu zerstören, er bildet ja seine Existenzgrundlage. Letztlich bietet jede Gemeinschaft Vorteile für beide Seiten. Lynn Margulis, die große amerikanische Biologin, schreibt in ihrem Buch „Die andere Evolution“ sinngemäß: „Jeder (sog.) Schmarotzer strebt an, zum Symbionten zu werden.“

 

Diesen Status haben auch die Würmer erreicht. Das hat man inzwischen bei Menschen begriffen, auch bei Hunden und Pferden ist das nicht anders. Man weiß, dass die vielen Allergien, wie beispielsweise Neurodermitis, auch eine Folge eines untrainierten Immunsystems sind. Früher gab es die nicht. Und trainiert wird das Immunsystem insbes. während der Kindheit durch Darmwürmer. Heute ist man so weit, dass man bei schweren Darmerkrankungen Patienten künstlich mit Larven von Schweinewürmern infiziert, die sich im Darm der Patienten zu Würmern entwickeln, das Immunsystem anregen und dann absterben. Viele Heilungen hat man auf diesem Wege schon erreicht.

Deshalb ist es so wichtig, dass Fohlen und Welpen mit Würmern in Berührung kommen, wenn wir nicht Allergiker züchten wollen.

 

Nur dann, wenn eine Kotprobe eine extreme Verwurmung ergibt, sollte chemisch entwurmt werden. Nach allen Erfahrungen ist das nur selten nötig. Meine eigenen Hunde entwurme ich so nie, und sie haben und hatten keine Probleme, auch nicht als Welpen, weder mit Würmern noch mit Allergien.

Und zum Schluss noch eine wichtige Nachricht:

Lt. der Zeitung Vet-Impulse wurde in Dänemark, Schweden, Finnland, Holland und Italien der Einsatz von Entwurmungsmitteln verboten. Er ist nur noch als selektive Therapie nach einem positiven Befund mit einer bestimmten Anzahl von Wurmeiern im Kot erlaubt. Richtig so!

Wie das gemacht wird, darauf habe ich bereits in der letzten Ausgabe von Artgerecht hingewiesen.

Lesen Sie mehr darüber auf der Seite: www.tierarztpraxis-wittenberg.de

In der nächsten Ausgabe informiere ich Sie über die Belastung und Schäden von chemischen Wurmmittel für Wasser, Böden und die Kompostierung von Pferdemist sowie über die MDR1-Problematik.


Klaus-Rainer Töllner