Neues zu Bravecto®

Was bekommt mein Tier da?

In Foren und sozialen Netzwerken häufen sich die Berichte über Hunde, die nach der Verabreichung des Antiparasitikums Symptome zeigten, welche ihre Halter auf die Gabe von Bravecto zurückführen. Auch die artgerecht hat sich schon kritisch mit dem neuen Medikament auseinandergesetzt (siehe Artikel Bravecto). 

Die geschilderten Symptome reichen von Abgeschlagenheit über Gleichgewichtsstörungen und andere neurologische Ausfälle bis hin zu schweren Krampfanfällen, Epilepsie und Vergiftungserscheinungen mit tödlichem Ausgang. Entsprechende Meldungen von Tierärzten aus Deutschland wie aus anderen EU-Ländern sind dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) schon länger bekannt. Aufgrund der vermehrten Berichte und Verbraucher-Anfragen hat das BVL im März 2015 eine Fachmeldung herausgegeben.

Definiere "Nebenwirkung" …

Wie immer besteht das Problem darin, einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Arzneimittel und den beobachteten Symptomen nachzuweisen. Es wäre ja möglich, dass für die "unerwünschten Reaktionen" (sprich: Nebenwirkungen) die Erkrankung verantwortlich ist, gegen die das Arzneimittel verabreicht wurde. Oder eine bisher unentdecke Erkrankung, die nur rein zufällig kurz nach der Verabreichung …

Möglich wäre vieles, ja.

Was unternehmen die zuständigen Behörden?

Zugelassen ist Bravecto über die Europäische Arzneitmittelagentur (EMA). Bei der EMA ist der EU-Mitgliedsstaat, der die Zulassung eines Medikaments beantragt hat, auch für dessen Überwachung (z. B. hinsichtlich Nebenwirkungen) zuständig, der sogenannte Rapporteur. Im Falle von Bravecto sind das die Niederlande.

"Aufgrund von Meldungen zu möglichen schwerwiegenden Nebenwirkungen wurde vom Rapporteur über die EMA eine engmaschigere Überwachung des Produktes sowie weitere Maßnahmen, um einen eventuellen Kausalzusammenhang ableiten zu können, initiiert. Sollte ein solcher Kausalzusammenhang deutlich werden, wird die Aufnahme von Hinweisen zu den identifizierten Nebenwirkungen in die Fachinformation und die Packungsbeilage vorgenommen." (Zit. "Information zum Antiparasitikum Bravecto")

Sprich: Sollte sich nachweisen lassen, dass Bravecto z. B. Krampfanfälle und andere schwerwiegende neurologische Symptome verursacht, hat das erst einmal nur eine Änderung des Beipackzettels zur Folge. Da werden dann die möglichen Nebenwirkungen ergänzt - und gut ist.

Wir können Hundehaltern nur weiterhin dringend raten, sich gründlich zu informieren, ehe sie diese "chemische Keule" schwingen!

artgerecht Redaktion

Quelle


http://www.bvl.bund.de/DE/05_Tierarzneimittel/05_Fachmeldungen/2017/2017_01_24_Fa_Bravecto.html

06.08.2017

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