Barfen älterer Hunde und Katzen

Alte Tiere haben besondere BedürfnisseDie Ernährung ist eine der wichtigsten Grundsäulen eines gesunden und langen Lebens unserer Hunde und Katzen. Dies gilt vor allem auch dann, wenn unsere Hunde und Katzen „ins Alter“ kommen. Ältere Tiere stellen besondere Anforderungen an die Ernährung, welche bei der Rationszusammenstellung berücksichtigt werden müssen. Bei der Rohfütterung können Sie dies unter Beachtung einiger einfacher Richtlinien relativ einfach selbst umsetzen. 

Der richtige Zeitpunkt

Entscheidend ist es, den richtigen Zeitpunkt für die langsame Umstellung der Fütterungspraxis zu bestimmen. Neben rasseabhängigen Unterschieden gibt es hier auch starke individuelle Unterschiede. Es wäre zwar einfacher zu sagen, Hunde großer Rassen sind mit ihrem 7. Geburtstag und Hunde kleinerer Rassen sowie Katzen sind mit ihrem 10. Geburtstag „plötzlich“ Senioren, aber so einfach ist es eben nicht. Manch kleinerer Hund ist schon mit 7 Jahren in einem Gesundheitszustand, aufgrund dessen man ihn ernährungstechnisch zu den Senioren zählen muss, während manch großer Hund mit 10 Jahren noch quietschfidel ist und wie eh und je durch die Gegend springt und eben noch kein an das Alter angepasstes Futter benötigt.

Den richtigen Zeitpunkt für die Umstellung bestimmen Sie als Tier­halter am einfachsten durch Beobachtung Ihres Tieres. Ältere Tiere sind oft weniger aktiv und schlafen mehr als in früheren Jahren, ihre Muskelmasse nimmt ab, der Fettanteil steigt hingegen.

Zu diesem Zeitpunkt ist es bei Hunden wichtig, den Energieanteil in der Ration langsam um circa 20% zu verringern. Ältere Katzen hingegen neigen oftmals zu Untergewichtigkeit, während ihre Aktivität sich in aller Regel nicht oder nur minimal verändert. Eine Anpassung der Energiedichte des Futters ist bei Katzen in aller Regel also nicht erforderlich oder sogar kontra­produktiv.

Mäßige Reduktion der Energiezufuhr

Eine Verringerung der Energiezufuhr bei Hunden führt in erster Linie über eine Reduktion der Futtermenge. Eiweiß- und Fettanteil der Rationen sollten nur mäßig verringert werden. Die oftmals empfoh­lene pauschale Reduktion des Eiweiß­anteils um 20% und die gleichzeitige Erhöhung des Kohlenhydratanteils um die gleiche Menge sollten Sie jedoch unbedingt vermeiden. Eine solche Reduktion des Eiweißanteils führt zum Abbau körper­eigener Eiweißdepots (beispielsweise Muskelmasse), während die Erhöhung des Kohlenhydratanteils, besonders des Anteils an leicht verdaulichen Kohlen­hydraten (Zucker, Stärke), gerade im Zusammenhang mit geringerer Aktivität zu einer zunehmenden Verfettung führt.

Zur Erinnerung: Leichtverdauliche Kohlenhydrate sind schnell verfügbare Energie, welche vom Organismus in Fett umgesetzt wird, so sie nicht unmittelbar benötigt wird. Darüber hinaus führt eine längerfristige übermäßige Kohlen­hydratzufuhr zu einer Schädigung der Bauchspeicheldrüse, Diabetes, Krebs und anderen Erkrankungen (siehe Artikel „Stärke, Zucker, Diabetes, Krebs“ von Klaus-Rainer Töllner in artgerecht Nr. 3).

Ebenso sollte der Fettanteil der Ration nur mäßig gesenkt werden, um eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren zu gewährleisten. Eine zu starke Verringerung des Fettanteils in der Ration führt zwangsläufig auch zu einer Unterversorgung mit den so wichtigen Omega-3-Fettsäuren, welche beispielsweise entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.

Erhöhung der Nährstoffdichte für ausreichende Nährstoffzufuhr

Bedingt durch die Abnahme der täglichen Futtermenge ist bei der Rationszusammenstellung besonderes Augenmerk auf eine höhere Nährstoffdichte im Vergleich zur Rationszusammenstellung adulter Tiere zu legen, um auch weiterhin eine ausreichende Versorgung der Tiere mit Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen usw. zu gewährleisten.

Besonderes Augenmerk sollten Sie hierbei auf die Phosphorversorgung richten. Diese sollte nicht zu hoch ausfallen, um die Nieren nicht übermäßig zu belasten. Der Bedarf liegt für Hunde und Katzen bei 45 mg/kg/Tag, bei bestehender Nierenproblematik bei 30mg/kg/Tag. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis sollte aus dem selben Grund etwas weiter sein, als bei adulten Hunden und Katzen.Die Salzsupplementierung muss vorsichtig erfolgen. Stark salzhaltige oder gewürzte Tischabfälle dürfen nicht gefüttert werden. Insgesamt sollte die Supplementierung von Salz um etwa 10 bis 20% reduziert werden.

Verdoppelt werden sollte hingegen die Supplementierung mit Zink und wasserlöslichen Vitaminen. Zink ist essentiell für die Immunabwehr und in zahlreichen Enzymen enthalten. Wasserlösliche Vitamine werden im Alter vermehrt über die Nieren ausgeschieden.

Ganz besonders wichtig ist eine ausreichende Wasserversorgung. Ältere Tiere tendieren oftmals dazu, weniger zu trinken. Hier kann eine erhöhte Wassersupplementierung über das Futter für einen Ausgleich sorgen. Selbstverständlich sollte weiterhin immer frisches Trinkwasser zur freien Verfügung stehen. 

Peter Alm, Tierheilpraktiker

24.05.2017

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