Eicheln

- wichtige Futterergänzung in Frühjahr und Herbst

Immer wieder wird über die Eicheln Unsinn verbreitet. Dem soll hier begegnet werden.

Wie bei allem, gilt auch für die Eicheln: Alles in Maßen! Eicheln sind eine gesunde Ergänzung im Pferdefutter, vor allem im Herbst und Frühjahr, wenn der Fruktananteil in den Gräsern ansteigt. Dies geschieht, wenn die Nachttemperaturen deutlich unter die 10° Grenze sinken. Genauso wichtig sind Eicheln, wenn das Heu oder gar die Heulage von Wiesen stammt, die artenarm sind, vielleicht sogar nur noch Weidelgras liefern. Hier liegen u.a. die Ursachen für Durchfälle und Kotwasser.

Neulich wurde berichtet, ein Pferd sei an Eicheln gestorben. Ja, möglich ist dies dann, wenn eine Weide abgefressen ist bis auf den Grund, und das Pferd nur noch Eicheln als Futter vorfindet. Was soll es dann noch fressen?

Eicheln enthalten Gerbsäure, die in mäßigen Maßen die Schleimhäute schützen und bei deren Erneuerung helfen, in großen Mengen aber schädlich werden. Blausäure enthalten sie allerdings nicht. Null! Dieser Unsinn hält sich hartnäckig in den Foren. Nicht auszurotten.

Auch das muss noch beachtet werden: Auf abgefressenen Weiden sind die Gräser extrem gestresst und enthalten häufig hohe Mengen an Pilzgiften von Endophyten, die vor allem das Weidelgras vorkommen. Schuld sind also nicht die Eicheln, sondern die Menschen, die für diese Weiden, eine mangelhafte Versorgung ihrer Pferde und die Überfütterung mit Eicheln verantwortlich sind.

Wir raten dazu, in Eicheljahren, so eines hatten wir 2011, die Eicheln immer wieder zusammenzurechen und für den Winter zu sammeln. Sie müssen dann gut getrocknet oder auch im Backofen geröstet werden und sollten dann bei Durchfall und Kotwasser zugefüttert werden und im Frühling während der Anweidephase. Zweimal am Tag eine gute Handvoll ist in Ordnung.

In diesem Artikel finden Sie detaillierte Informationen zur Eiche.

Der plötzliche Tod auf der Weide kann auch als Ursache eine atypische Weidemyopathie haben, über deren Ursache noch spekuliert wird.


Klaus-Rainer Töllner, Biologe

14.09.2018

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